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Hofanlage Milz Kressbronn a. B.

Ehemaliger Bauern- und Schultheißenhof im Kressbronner Teilort Retterschen

Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung

Ein kostbarer Schatz bäuerlicher Kultur der Bodenseeregion lässt sich im Kressbronner Teilort Retterschen entdecken: Ein typischer ehemaliger Bauernhof am originalen Standort mitten im Dorf, mit einer jahrhundertealten Geschichte, mit Gebäuden und einer Ausstattung, die in seltener Vollständigkeit und Ursprünglichkeit erhalten sind, angefüllt mit Spuren einer wechselvollen Entwicklung, die Generationen von Bauernfamilien hinterlassen haben.

Die Geschichte des seit 1992 unbewohnten Hofes lässt sich bis zum frühesten Besitz des Klosters St. Gallen in Retterschen 799 zurückverfolgen. Bis 1809 war das Anwesen als großbäuerlicher Lehenhof im Besitz angesehener auswärtiger Grundherren (Herren von Stegen, wohlhabende Bürger der Reichsstadt Lindau, Herren von Sirgenstein) und wurde von deren leibeigenen Bauern bewirtschaftet. Seit Mitte des 17. Jhs. lebte die Familie Huster auf dem Hof, den sie 1809 eigentümlich erwerben konnte. Im 19. und zu Beginn des 20. Jhs. vollzog die Familie im Zuge des landwirtschaftlichen Strukturwandels die Modernisierung des Hofes und der Gebäude. Unter Schultheiß Franz Josef Huster hatte das Anwesen eine Sonderstellung als Schultheißenhof der Gemeinde. Die Wohnräume wurden 1855 von ihm neu erbaut und mit einer Amtsstube ausgestattet, in der die Gemeindeverwaltung bis 1870 ihren Sitz hatte. Nach den beiden Weltkriegen im 20. Jh. mit ihren spürbaren Folgen für die Familie erfolgte der allmähliche Niedergang mit Aufgabe der Landwirtschaft bis zum berührenden Schicksal der letzten Bewohnerin Theresia Milz, die im Jahr 2000 verstarb.

Heute bilden insgesamt vier Gebäude aus drei Jahrhunderten ein eindrucksvolles Ensemble: Haupthaus (1855/75) mit Wohnräumen, Stallungen und Heustock, Scheuer (1717) mit Garbenstock, Weinkeller und Mostpresse, Remise (1803) mit Obstkeller und Hopfendarre sowie das Backhaus (1705). Hier erinnern authentisch erhaltene Wohnräume an das Alltagsleben der Hofbewohner. Hier sind mittlerweile selten gewordene traditionelle Bauformen erhalten, deren unterschiedliche Nutzungen den am Bodensee erfolgten landwirtschaftlichen Strukturwandel seit dem 19. Jh. dokumentieren: vom seit dem Mittelalter vorherrschenden Getreide- und Weinanbau hin zu Milchwirtschaft, Obst- und Hopfenanbau. Ergänzt wird die Anlage durch einen traditionellen Bauerngarten und eine ortstypische Hochstammwiese.

Die Gemeinde erwarb den Hof 2001, der 2002 gegründete Verein zur Erhaltung der Hofanlage Milz e.V. kümmert sich seitdem eigenverantwortlich um den denkmalgerechten baulichen Erhalt und die Belebung  des Anwesens. Da es unbewohnt ist, kann der Verein ein außergewöhnlich authentisches Erhaltungskonzept realisieren und öffnet den Hof zu fundierten Führungen, Besichtigungen und einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm für die Öffentlichkeit. Für seine engagierte Arbeit wurde der Verein mehrfach ausgezeichnet.

So ermöglicht die Hofanlage Milz Besuchern in außergewöhnlicher Weise Einsicht in bewahrte Zeit.

Virtuell können Sie sich hier  jederzeit über die Hofanlage Milz informieren.

Weitere Informationen:

Tourist-Information Kressbronn a. B.: Tel. +49 (0)7543 96650, tourist-info@kressbronn.de
Verein zur Erhaltung der Hofanlage Milz e. V.: Tel. +49 (0)7543 5138 und +49 (0)7543 8359
Weitere Informationen im Veranstaltungskalender der Gemeinde Kressbronn am Bodensee unter www.kressbronn.de

Hofanlage Milz
Dorfstraße 56
88079 Kressbronn a. B. – Ortsteil Retterschen